`Can you do Addition?' the White Queen asked.
`What's one and one and one and one and one
and one and one and one and one and one?'
`I don't know,' said Alice. `I lost count.'
Lewis Carroll (1832–1898), Through the Looking Glass
Proseminar im Sommersemester 2010.
| Proseminar | Mo 14:00 - 15:30 | Raum V57-8.333 |
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Ich möchte auch auf die im selben Semester stattfindende Vorlesung über Algebra hinweisen, die das algebraische Grundthema aufgreift und fortführt.
Diese Seite wird nicht mehr regelmäßig aktualisiert; sie wird aber noch längere Zeit zugänglich bleiben, um als Archiv zu dienen. Zur Übersicht: aktuelle und vergangene Lehrveranstaltungen
`Can you do Subtraction? Take nine from eight.'
`Nine from eight I can't, you know,'
Alice replied very readily
Das traditionelle Zahlensystem ist die Grundlage aller Mathematik. Dieses Proseminar beschäftigt sich mit eben diesen Grundlagen, die jeder Mathematikstudent einmal gehört oder gelesen oder besser noch selbst erarbeitet haben sollte.
Wir vollziehen hierzu den üblichen Aufbau des Zahlensystems von den natürlichen Zahlen über ganze, rationale und reelle bis zu den komplexen Zahlen. Bei diesem stufenweisen Aufbau wird jeder Schritt durch Probleme motiviert, die sich auf der vorherigen Stufe formulieren aber nicht lösen lassen. Das Zahlensystem der nächsten Stufe wird mit Hilfe mengentheoretischer Operationen als Erweiterung des vorhandenen Systems so konstruiert, dass die Ausgangsprobleme lösbar werden.
Die komplexen Zahlen bilden in gewisser Weise den krönenden Abschluss dieser Erweiterungen. Für sie gilt der (von Gauss so genannte) Hauptsatz der Algebra: Jedes komplexe Polynom vom Grad n hat n komplexe Nullstellen. Seit Gauß' Dissertation 1799 wurden zahlreiche Beweise des Hauptsatzes der Algebra entwickelt, wahlweise mit Hilfsmitteln der Analysis, der Algebra oder der Topologie. Im zweiten Teil des Proseminars kann eine Auswahl dieser Beweise vorgestellt werden.
Über die komplexen Zahlen hinaus kann man noch hyperkomplexe Zahlen konstruieren, das heißt gewisse Algebren über den rellen Zahlen, für die man jedoch manche Körperaxiome aufgeben muss. Wir werden uns hier auf die Hamiltonschen Quaternionen beschränken. (Je nach Interesse der Teilnehmer sind Vertiefungen und Erweiterungen möglich, das schöne Buch von Ebbinghaus et al. gibt hierzu Anregungen.)
Ziel dieses Proseminars ist es, den Aufbau des Zahlensystem in angemessener Ausführlichkeit zu erarbeiten. Dies wird in den Grundvorlesungen oft nur skizziert; dieses Proseminar bietet die Gelegenheit dem nachzugehen.
Das Proseminar ist für Studierende im Lehramts- und im Bachelorstudiengang gleichermaßen geeignet. Die vorgeschlagenen Themen sind, der Zielsetzung eines Proseminars entsprechend, auf das zweite Studienjahr abgestimmt.
Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht,
alles andere ist Menschenwerk.
Leopold Kronecker (1823-1891)
Generell gilt: Nehmen Sie die Vorbereitung ernst und den Vortrag locker!
(Umgekehrt funktioniert es aller Erfahrung nach schlecht.)
Ein Seminarvortrag hat zwei verschiedene, sich ergänzende Ziele:
Der Erwerb eines Scheins gehört dagegen nicht zu den Zielen eines Vortrages sondern ist allenfalls ein Nebeneffekt. Nehmen Sie sich das bitte zu Herzen, besonders dann, wenn der Scheinerwerb tatsächlich Ihre wesentliche Motivation sein sollte.
Gemäß den obigen Zielen findet die Vorbereitung auf zwei Ebenen statt:
Es ist wichtig, diese Ebenen zu verstehen und zu unterscheiden. Nur einen kleinen Teil von dem, was Sie in der inhaltlichen Vorbereitung erlernt haben, werden Sie an der Tafel erklären können. Dennoch ist Ihr Hintergrundwissen wesentlich, schon im Vorfeld um den Vortrag mit Überblick gestalten zu können, dann um im Falle von Rückfragen Details erläutern zu können, oder um passende Beispiele zur Hand zu haben, etc.
Bereiten Sie Ihren Vortrag rechtzeitig vor. Wenn Sie erst zwei Wochen vor Ihrem Vortragstermin beginnen, dann ist das nicht rechtzeitig.
Zwei Wochen vor dem Termin soll Ihr Vortrag inhaltlich fertig sein und ein Konzept vorliegen. Kommen Sie dann (spätestens) in meine Sprechstunde oder machen Sie ein Treffen mit mir aus, damit Sie Ihr Konzept diskutieren und Fragen stellen können.
Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für einen Probevortrag vor Freunden.
Sie können eine Woche vor Ihrem Vortrag gerne noch einmal vorbeikommen, um letzte Fragen zu klären. Wenn Sie allerdings in der letzten Woche zum ersten Mal auftauchen, dann ist es erfahrungsgemäß zu spät für eventuell notwendige Änderungen.
Nehmen Sie sich zuvor etwa vier Wochen für die inhaltliche Einarbeitung – Es dauert oft doch länger als man denkt, zudem sind Sie auch anderweitig gefordert. Fangen Sie also insgesamt spätestens sechs Wochen vor Ihrem Vortragstermin mit der Arbeit an.
Wie halte ich einen guten Seminarvortrag? von Prof. Dr. Manfred Lehn.
Zur Erheiterung: Ratschläge für einen schlechten Redner von Kurt Tucholsky.
Die Themen des Proseminars folgen dem schönen Buch von Ebbinghaus et al:
Ergänzende Literatur zur Mengenlehre:
Ergänzende Literatur zum Hauptsatz der Algebra:
In der Bibliothek wird ein Präsenzregal zu diesem Proseminar eingerichtet.
... aber ein anderer hat sich meine,
zum Teil langweilige Mühe nicht gemacht.
Edmund Landau (1877–1838), Grundlagen der Analysis (1930)
Der erste Teil des Proseminars widmet sich dem Aufbau des Zahlensystems. Im zweiten Teil kann dann der Hauptsatz der Algebra in verschiedenen Varianten bewiesen werden.
Nature does not count nor do integers occur in nature.
Man made them all, integers and all the rest,
Kronecker to the contrary notwithstanding.
Percy William Bridgman (1882-1961)
Jeder Vortrag dauert 60 Minuten (+ε), anschließend findet eine Besprechung statt.
Die folgende Terminplanung ist noch vorläufig und wird schrittweise aktualisiert.
| Semesterbeginn am 19. April 2010 | |
| S01 | Katrin Gall: Axiomatische Mengenlehre 1 |
| S02 | Nico Stein: Axiomatische Mengenlehre 2 |
| S03 | Dorothea Leenen: Natürliche Zahlen |
| S04 | Barbara Böhm: Ganze und rationale Zahlen |
| S05 | Alexander Götz: Reelle Zahlen 1 |
| Vorlesungsfreie Zeit vom 24. Mai bis 28. Mai 2010 (Pfingstwoche) | |
| S06 | Marco Knierriem: Reelle Zahlen 2 |
| S07 | Tilman Tempel: Komplexe Zahlen 1 |
| S08 | Tobias Großmann: Komplexe Zahlen 2 |
| S09 | Michael Eisermann: Polynomarithmetik und der Satz von Sturm |
| S10 | Jan Szameitat: Hauptsatz der Algebra, analytischer Beweis nach Argand-Cauchy |
| S11 | Holger Kramer: Hauptsatz der Algebra, topologischer Beweis mittels Umlaufzahl |
| S12 | Vortrag entfällt, dafür vorgezogene Diskussionsrunde zur Auswertung |
| S13 | Stephan Bernhardt: Hauptsatz der Algebra, algebraischer Beweis nach Laplace |
| Semesterende am 24. Juli 2010 | |
`I only took the regular course.'
– `What was that?' inquired Alice.
`Reeling and Writhing, of course,
to begin with,' the Mock Turtle replied;
`and then the different branches of Arithmetic —
Ambition, Distraction, Uglification, and Derision.'
Lewis Carroll (1832–1898), Alice's Adventures in Wonderland
| © Michael Eisermann | last modified on Wednesday 16/05/2012 | www.igt.uni-stuttgart.de/eiserm |
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