Mögliche Themen für Staatsexamensarbeiten (Zulassungsarbeiten):
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Der Aufbau der euklidischen Geometrie unter Verwendung
einer Abstandsfunktion
Die Begründung der euklidischen Geometrie durch Axiome
ist ein klassisches Thema der Geometrie und geht schon auf
die "Alten Griechen" zurück.
Abstände zwischen Punkten galten damals aber als problematisch wegen
der "Inkommensurabilität" von Strecken mit irrationalem Quotienten
der Längen (z.B. die Diagonale im Quadrat).
Aus der Sicht einer Mathematik nach Cauchy, Weierstrass und
Dedekind erscheint dies aber weniger furchterregend.
Der euklidische Abstandsbegriff ist überdies ein sehr nützlicher
und auch sehr grundlegender, der aus der modernen Mathematik
überhaupt nicht wegzudenken ist. Auch der elementare Satz des Pythagoras steht
damit in unmittelbarem Zusammenhang. Der Geist des "Erlanger Programms"
von Felix Klein steht auch nicht im Widerspruch zu dem Abstandsbegriff, denn
die abstandserhaltenden Abbildungen bilden eine sehr natürliche
Transformationsgruppe.
In dem Aufsatz
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S. Mac Lane, Metric postulates for plane geometry,
American Math. Monthly 66, 543-555 (1959)
skizziert ein grosser Mathematiker, wie man die
euklidische Geometrie durch relativ einfache Axiome
effektiv begründen kann durch Verwendung
einer (axiomatisch verlangten) Abstandsmetrik d(-,-).
Dadurch bekommen auch euklidische Geraden
a priori eine geometrische Struktur,
weil auch in ihnen der Abstand definiert ist.
Zum Beispiel liegt ein Punkt B zwischen A und C genau dann,
wenn gilt: d(A,C) = d(A,B) + d(B,C).
Dies liefert auch eine natürliche und anschauliche
Interpretation einer euklidischen
Geraden als "Zahlengerade", was dann wiederum eine problemlose
Einführung von Koordinaten ermöglicht.
In der Arbeit sollen die Ideen von Mac Lane näher ausgeführt
und ggfs. nicht nur auf die Ebene, sondern auch den dreidimensionalen
oder höherdimensionalen Raum bezogen werden.
Vielleicht lässt sich auch ein Gewinn für die Schulpraxis daraus ableiten.
Zur dreidimensionalen Geometrie gibt es ausserdem die folgende Quelle:
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A.A. Ivanov, Metric axiomatics of euclidean space,
J. Math. Sciences 119, 45-54 (2004)
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Das Winkelteilungsproblem aus geometrischer und algebraischer Sicht
Bekanntlich ist es "unmöglich", einen Winkel in drei gleiche Teile
zu teilen, eine Aussage, die jeden Ingenieur gewiss befremdet.
Genauer gesagt, ist es im allgemeinen unmöglich,
einen beliebigen gegebenen Winkel in endlich vielen Schritten einer
Konstruktionsvorschrift
nur mittels Zirkel und Lineal in drei exakt
gleiche Teile zu teilen.
Algebraisch betrachtet liegt dies daran, dass die Lösung
einer kubischen Gleichung genügen müsste.
Aufgabe der Arbeit wäre es, diese Gleichung (für die Teilung
in beliebig viele gleiche Teile, nicht nur in drei)
zu analysieren und herauszufinden,
welche Konstruktionsmöglichkeiten es dennoch gäbe.
Siehe dazu auch
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C. Videla, On points constructible from conics,
The Math. Intelligencer 19 - 2, 53-57 (1997).
Evtl. könnte man Überlegungen zu computergestützten
Konstruktionen mit einbeziehen
(keine Näherungskonstruktionen, sondern exakte Verfahren,
die dem klassischen Verfahren mit Zirkel und Lineal vergleichbar wären).
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Regelflächen in 3-dimensionalen Riemannschen Mannigfaltigkeiten
Das klassiche Konzept der Regelflächen ist wohlbekannt im
3-dimensionalen euklidischen Raum.
Ein typisches Ergebnis ist der Satz,
dass eine minimale Regelfläche eine Ebene oder eine Wendelfläche sein muss.
Auch in der Sphäre, im hyperbolischen Raum
sowie in den analogen Räumen mit indefiniter Metrik wurde dieses Konzept
weitgehend untersucht.
Wenn der umgebende Raum eine 3-dimensionale Riemannsche Mannigfaltigkeit ist,
so wird am den Begriff "Regelfläche" so erklären, dass die Fläche
von einer Schar von geodätischen Linien erzeugt wird, die von einer Kurve
(der Leitkurve) ausgehen.
In der Arbeit wird es darum gehen, unter vernünftigen Zusatzannahmen über die
Riemannsche Metrik des umgebenden Raumes Resultate über Regelflächen
erzielen kann, die denen im klassischen Fall entsprechen.
Zunächst wird man die grundlegenden Gleichungen dafür herleiten
(im euklidischen Fall siehe z.B. W.Kühnel, Differentialgeometrie, 3.20 ff.).